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#11 Gründe warum es keine offline Workshops mehr gibt

Workshop, Seminar oder Kurs - der Titel ist egal. Tatsache ist, du möchtest an diesem Abend von mir bespaßt werden. Schön für dich aber ...

Hier gibt es keine Kurse (mehr)

Eigentlich schade oder? Jetzt erfährst du dass dein Spaß mit Schweiß, Blut und Tränen bezahlt wird und was es heißt, der Vortänzer der DIY Bewegung zu sein.

#11 Gründe warum es keine offline Workshops mehr gibt

Schon wieder eine neue Woche. Womit verbringst du denn diesmal die langweilige Reihe von Abenden, an denen du nichts vor hast? Wie wäre es mit etwas Kreativem.

Zugegeben, Handarbeiten ist gemütlich. Und anstatt lazy auf der Couch vor dem Fernseher zu lungern möchtest du zu den Nadeln greifen und dabei die Hände beschäftigen.

Da ist es doch praktisch, wenn dir einer sagt, was du tun sollst.

1. Grund: Wie kann ich wissen, was du willst?

Vor allem, wenn du es selbst nicht weißt.

Du brauchst Inspiration. Ein fertiges Kursprogramm ist der ideale Einstieg, um deiner Kreativität freien Lauf zu lassen.

Du betrittst den Laden mit dem Vorsatz, dein Leben mit einem trendigen DIY Kurs zu bereichern und schaust dir das Kursprogramm an. Gestrickte Filzpuschen - brauchst du nicht. Gehäkelte Mützen - gefallen dir nicht. Gestrickte Deko - doch wohl nicht so hässliche Kerzenleuchter.

Was für einen Kurs willst du?

Glaube nicht, dass mir täglich Vorschläge für Kursthemen unterbreitet werden.

Ein Thema zu finden ist harte Arbeit. Recherchieren, lesen, ein Buch kaufen, probestricken, wieder verwerfen, neu recherchieren, noch mal stricken ...

Der Kurs soll keine Ruinen oder schlimmer noch UFOs hinterlassen. Du möchtest an diesem Abend etwas handarbeiten, das im Zeitrahmen der wenigen Stunden fertig wird oder zumindest so weit ist, dass du den Rest selber hinkriegst, ohne zu verzweifeln.

Oder willst du etwas Neues lernen? Was kannst du denn schon?

2. Grund: Es gibt keine Anfänger

Was ist denn ein Anfänger? Jemand der noch nie die Nadeln in der Hand hatte? Jemand, der nur rechte und linke Maschen kann?

Was kannst du denn?

  • Du hattest noch nie Stricknadeln in der Hand
  • Du kannst nur Socken
  • Du hast das letzte Mal in der Grundschule gestrickt
  • Du kannst nur rechte und linke Maschen
  • Du hast früher viel gestrickt aber die letzten 20 Jahre nicht mehr

Gehörst du zur ersten Kategorie? Dann gehörst du zu den wenigen, die einen Anfängerkurs brauchen.

Alle anderen NICHT.

Frage dich warum du noch nie gestrickt oder gehäkelt hast. Ist mit der Hand arbeiten wirklich dein Ding?

Zum Handarbeiten braucht es Freude am Machen, nicht am fertig Haben. Der Prozess ist, was zählt nicht die Zielerreichung. Und an einem Abend kannst du keinen ganzen Pullover stricken. Noch nicht einmal eine Socke.

3. Grund: Rechte Maschen sind nicht abendfüllend

Bleiben wir beim Beispiel Socke. Für einen Sockenkurs müssen 3 Abende eingeplant werden, mit einer Woche Abstand.

Wir können am ersten Abend die Maschen für die erste Socke anschlagen und auf 4 Nadeln verteilen.

Dann strickst du noch ein paar Reihen und schon sind 2 Stunden vorbei und du musst nach Hause gehen.

Und dann kriegst du auch noch Hausis mit

Bis zur nächsten Woche sollst du die erste Socke bis zum Schaft stricken damit wir gemeinsam die Ferse machen können.

Blöderweise hast du in dieser Woche keine Zeit am angefangenen Projekt weiter zu arbeiten.

Die Kinder müssen rumgefahren werden, in der Arbeit geht es drunter und drüber, dann noch Elternabend. Oder du hast es schlicht und einfach vergessen.

Der zweite Kursabend naht und du hast keine einzige Reihe gestrickt. Trotzdem hin. Das wird schon gehen.

Andere Kursteilnehmer haben die Hausaufgaben natürlich gemacht. Einige haben sogar zur Übung gleich die zweite Socke angefangen.

Jetzt kommst du dir blöd vor.

Dafür ist eine Teilnehmerin nicht erschienen.

4. Grund: Das Termindilemma

Die fehlende Teilnehmerin kann das mit dem dritten Abend dann wohl knicken.

Sie kann an der Socke keine Spitze stricken, wenn sie noch nicht einmal die Ferse gemacht hat. Und die kann sie nicht, weil sie an dem Abend gefehlt hat.

Für die Dame wird eine Extrawurst gebraten und ich vereinbare mit ihr einen anderen Nachmittag oder Abend für eine Einzelstunde. Damit kann sie am letzten Abend wieder teilnehmen.

Kostenlos.

Am ersten Abend waren alle da. Niemand hat kurzfristig - 10 Minuten vorher - abgesagt. Es ist niemand einfach nicht erschienen. Diesmal Glück gehabt.

Zwei Tage vor Kursbeginn erhalten alle Kandidaten eine E-Mail zur Erinnerung. Damit es niemand vergisst.

Der Abend beginnt. Wir warten das akademische Viertel ab und nicht alle angemeldeten Teilnehmer tauchen auf.

5. Grund: Die No-Shows

Die Teilnehmerzahl ist auf 8 begrenzt. Sonst wird es unübersichtlich, unproduktiv, zu laut.

Am Kursabend kommen von 8 Anmeldungen 5 nicht. Dann sitzen wir zu dritt da. Das ist äußerst lukrativ und schade für die, die keinen Platz mehr hatten, weil der Kurs ausgebucht war.

Die fünf überzähligen Handouts sind für die Tonne.

Außer deinem Kursprojekt erhältst du Kursunterlagen. Für Socken, eine bebilderte Anleitung mit Größentabelle. Damit bist du in der Lage jederzeit ein neues Paar Socken zu stricken.

Solche Kursunterlagen muss jemand erstellen - also ich. Das Urheberrecht sorgt da für Ordnung. Ich muss nicht nur den Text selber schreiben, sondern die Bilder ebenfalls zeichnen oder knipsen.

Habe ich selbstverständlich für dich und die anderen Teilnehmer gemacht.

Für mich wird es dann komisch, wenn sich zum Kurs von 8 gedachten Teilnehmern nur 3 anmelden.

6. Grund: zu wenig Teilnehmer

Die ganze Mühe, die die Vorbereitung gemacht hat, ist damit für die Katz. Thema finden und vorbereiten, Kursunterlagen erstellen und ausdrucken. Termin finden und publizieren. Plakate und Flyer drucken, aufhängen und verteilen.

Drei Personen haben sich für den Kurstermin angemeldet. Es macht nicht wirklich Spaß mit drei Teilnehmern so einen Abend zu bestreiten. Auch den Teilnehmern nicht.

Sage ich den 3 Lernwilligen dann ab? Oder führe ich den Kurs trotzdem durch.

Ein Teil der Vorbereitung ist zum Glück nicht umsonst. Es gibt ja noch das Kursprogramm im nächsten Semester. Ich versuche einfach den Workshop in einem halben Jahr noch mal anzubieten.

Oder war das Thema Schrott und es haben sich deshalb zu wenige Handarbeitswillige angemeldet?

8. Grund: Ich bin keine Event-Agentur

Überlege dir einmal was dich dazu bewegt, dich bei einem Workshop für Handarbeiten oder DIY anzumelden.

Du möchtest

  • etwas lernen
  • dich mit Gleichgesinnten treffen
  • unterhalten werden
  • etwas neues erleben
  • deine Freizeit verbringen
  • neue Techniken vorgestellt bekommen

Ich muss mir überlegen, wie ich dich dazu bringe, dass du Interesse hast dich für einen meiner Workshops anzumelden.

Dabei möchtest du als Amateur oder als Fachmann Inhalte finden, die dich interessieren.

Wenn du viel Zeit im Internet verbringst, hast du die unüberschaubare Anzahl von Erklärvideos in youtube gefunden.

Was erwartest du dann von einem Offline-Abend im Handarbeitsladen um die Ecke? Hast du die Videos nicht verstanden? Oder möchtest du lieber mit anderen gemeinsam handarbeiten.

Dafür gibt es den Stricktreff. Einmal im Monat.

Du möchtest deine Fertigkeiten und dein Wissen erweitern. Also etwas lernen. Dafür brauchst du jemanden, der es dir erklären kann.

9. Grund: Ich bin kein Pädagoge

Um etwas erklären zu können reicht es nicht mehr zu wissen oder zu können als du. Ich muss in der Lage sein, dir dieses Wissen zu vermitteln.

Es ist nicht damit getan dir die Handgriffe vorzuführen. Du willst es erläutert kriegen und so lernen, dass du es auch nach dem Kurs noch weißt und anwenden kannst.

In den Schulen müssen die Lehrer mehrere Semester studieren, um unterrichten zu können.

Ich bin keine Handarbeitslehrerin.
Ich kann nur stricken und häkeln - und rechnen.

Dann gibt es auch noch die tollen Helikopter-Eltern. Sie sind felsenfest davon überzeugt, dass ihre 4-Jährige sofort häkeln lernen sollte.

Sie fand doch das Amigurumi der Nachbarin so süß oder hat von der Oma eine Häkelpackung geschenkt bekommen - natürlich aus dem Buchladen.

Und da ich ja stricken und häkeln kann, ist es doch ein Klacks der Kleinen zwischen Kinderturnen und musikalischer Früherziehung das Häkeln beizubringen.

Was glaubst du, sind diese Eltern bereit dafür zu bezahlen?

10. Grund: Es lohnt sich nicht

Du kommst in den Laden und siehst die tolle Jacke im Schaufenster. So eine hättest du auch gerne. Zeit zum Stricken hast du leider nicht.

Dann bist du ganz schockiert, wenn du den Preis hörst oder erfährst, dass sie unverkäuflich ist.

Das ist hier ein Laden oder?

Überlege dir, wie viel du in einer Stunde in deinem Büro verdienst. Und wie viel muss dein Chef dafür bezahlen? Kannst du dir vorstellen, dass ich als Übungsleiter auch gerne einen gewissen Mehrwert für meine Investition hätte?

Die Stunden, das Arbeitsmaterial für die Vorbereitung, die Wolle für den Workshop und die Verpflegung an dem Abend. Die Wolle für 8 potenzielle Teilnehmer muss rechtzeitig bestellt werden, damit am Kursabend auch für alle genug Material vorhanden ist.

Es gibt Teilnehmer, die ihre Wolle für den Schal lieber bei Aldi kaufen und dann am Kursabend mitbringen. Schließlich bezahlen sie ja bereits die Kursgebühr.

Wie viel darf so ein Abend eigentlich kosten?

Ein Abend mit 2 Stunden Freizeitvergnügen? Klar dein Chef blättert für die Excel-Schulung, auf die er dich schickt, 250€ + MwSt. hin. Für eine Person. Aber der kann das schließlich von der Steuer absetzen. 

Immerhin geht es bei einem Strickworkshop um ein Hobby und du möchtest nicht das Abitur nachmachen oder staatlich anerkannt und zertifiziert werden.

Ein VHS-Kurs kostet zwischen 10€ und 20€ pro Stunde und Teilnehmer. Mal 8 Teilnehmer sind das fast 200€ für mich. Brutto. Und die Vorbereitungszeiten haben die VHS-Dozenten schließlich ebenfalls.

Was darf denn eigentlich das Material für den Kurs kosten? Du brauchst Wolle und Nadeln an einem Handarbeitsabend. Trotzdem willst du neben der Kursgebühr nicht noch einen Haufen Geld für Material und Zubehör ausgeben, das du nach dem Abend nie wieder brauchst.

Selbstverständlich sind solche Veranstaltungen ein Marketing Instrument. Kursprogramme und Workshops entwickele ich nicht, weil ich sonst nichts zu tun habe.

Wenigstens ein paar neue Kunden sollten dabei rausspringen oder ein Anreiz geschaffen werden, dass du neue Projekte in Angriff nimmst.

Viele meiner Kolleginnen buchen solche Abende bei Herstellern wie z. B. Schachenmayr. Sie bekommen dann einen Karton mit Ware und eine Kursleiterin, die den Abend für sie gestaltet. Sie müssen lediglich dafür sorgen, dass der Kurs gut besucht wird.

Die Hersteller wollen verkaufen. D. h. Ziel dieser Veranstaltungen ist in erster Linie die Ware der Hersteller an die Frau zu bringen und deren Marke bekannter zu machen.

Außerdem verkaufen die Wollproduzenten in erster Linie an mich und erst dann an dich. Hauptsächlich wollen sie damit mich als Kunde binden und nicht dich als Kunde ansprechen. Ein solches Event dient der Imagepflege und Meinungsbildung - vom Wollproduzenten.

Damit soll eine Markentreue erreicht werden.

Wenn du mich persönlich kennst, weiß du, wie ich dazu stehe. Hauptsache schöne Wolle. Der Name ist egal.

Der Kursabend findet, wie der Name sagt an einem Abend statt. D. h. außerhalb der normalen Öffnungszeiten. Der Kurs beginnt am frühen Abend.

Schließlich musst du bis 17:00 arbeiten und kannst erst anschließend kommen. Die Vorbereitungen mache ich dann in der Mittagspause. Stühle aufstellen, Getränke besorgen und Materialien bereitlegen.

Den ganzen Tag war der Laden voll. Überall liegen noch Stricksachen und Ware rum. Schnell noch aufräumen, bevor die Teilnehmer kommen.

Zum Glück kommen alle und es werden schöne 2 Stunden.

Wir sind eine nette Runde, es wird viel gelacht. Über die ausgebuffte Strickerin, die noch nie zuvor eine Häkelnadel in der Hand hatte. Oder darüber, dass eine andere Teilnehmerin das Häkeln seit der Zeit der Grundschule nicht verlernt hat.

Wir kommen alle gut vorwärts und erreichen unser Kursziel zeitnah wenn auch nicht auf den Punkt.

Es ist 22:00 Uhr ich sperre meine Strickbude zu und gehe Heim. Aufgeräumt wird morgen.

Du hattest endlich mal einen ganzen Abend Zeit die Stricknadeln in der Hand zu halten. Das war schön.

Wer weiß wann du das nächste Mal Zeit dazu hast. Schließlich sind normalerweise deine Abende alle verplant mit Pilates, Kinder zum Turnen fahren und am Wochenende mit der Familie oder Freunden treffen.

Ich habe zum Glück ein Hobby. Stricken.

11. Grund: Ich stricke lieber

Okay das kann dir egal sein.

Glaubst du, ich sitze den ganzen Tag in meiner Wollbude und stricke? Würde ich gerne.

Blöderweise brauche ich da Ware. Die muss bestellt werden. Das Finanzamt will die Buchhaltung und die Wolle muss bezahlt werden.

Die schönen Modelle im Schaufenster und die Deko im Laden muss sich jemand ausdenken und dann erst stricken.

Wenn du rein kommst, ist die erste Frage, ob es zu dieser Jacke eine Anleitung gibt. Klar gibt es die. Und in deiner Größe?

Dafür sitze ich wieder am Computer und brauche die gleiche Zeit zum Umrechnen, Aufschreiben und in ein Format bringen, damit du danach arbeiten kannst, wie zum Stricken von dem Modell, das du siehst.

Einen Workshop veranstalten braucht, wie du gesehen hast noch viel mehr Zeit. Bis aus dem Vorsatz, einen Kursabend abzuhalten, ein gelungener Abend wird, vergehen viele Stunden.

Und das mit ungewissem Erfolg.

Denkst du, du bist ein blutiger Anfänger beim Stricken und brauchst dringend jemanden, den du mal fragen kannst, wenn du nicht weiter weißt?

Dann nimm dein Strickzeug und komm vorbei.

Viele Fragen und Probleme lassen sich in 2 Minuten beantworten und lösen.

Oftmals ist es besser, zu zweit zu sein, wenn du wissen willst, wie man eine Krebsmasche macht oder wie das mit der Randmasche geht.

Wenn dann noch zufällig weitere Strickerinnen im Laden sind, während du deine Fragen stellt, erhältst du Impulse und Anregungen, die deinen Blickwinkel verändern.

Und dauert eine Problemlösung länger als erwartet, setzt du dich kurzerhand an den Tisch und kriegst auch noch einen Kaffee.

Ausblick

Neue Kursprogramme wird es in absehbarer Zeit nicht geben. Ich habe für dich hier eine Liste mit Kursen zusammengestellt, die ich in der Vergangenheit veranstaltet habe.

  • Entrelac - raffiniert verflochten: das dekorative Flechtmuster
  • Möbiusschal: Das Band mit dem gewissen Dreh
  • Schneekristalle selbst gehäkelt
  • gestrickter Weihnachtsmann
  • Perlenstulpen stricken
  • Homedeko gestrickt und gehäkelt
  • gehäkelter Türstopper
  • Socken stricken, Schaft, Ferse und Spitze
  • Anfängerkurs: Ein Schal oder eine Mütze aus rechten und linken Maschen
  • Anleitungen umrechnen: wie stricke ich einen passenden Pullover
  • Hausschuhe strickfilzen
  • gehäkelte Mützen: Bunte Köpfe für alle
  • Weihnachtsmaschen - Selbstgemacht kommt von Herzen
  • Das ist der Daumen: Fausthandschuhe stricken
  • Lacestricken für Anfänger

Du hast 4 Freundinnen und möchtest mit ihnen gemeinsam einen der Workshops besuchen? Diese Kurse sind bereits fertig.

Die können wir gerne noch mal stattfinden lassen. Melde dich und wir finden einen Termin. Dann verbringen wir einen schönen Abend in gemütlicher Runde mit den Nadeln in der Hand.

Stricke perfekt

Deine Iris

PS: Hast du Fragen dazu wie du eine Maschenprobe strickst oder ausmisst? Oder willst du wissen, wie du einen Armausschnitt strickst oder den Maschenanschlag bestimmst?

Das liest du in meinem Blog bei der Zahlenhexe. Schreib mir deine Fragen dort in die Kommentare.

 

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